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WAFFEN
WERFEN
SCHATTEN
 

Art Ausstellung
Ort Schweizerisches Nationalmuseum, Landesmuseum Zürich, Schweiz
Jahr 2003

«Ich will fechten, bis mir das Fleisch von den Knochen abgehackt ist; gib mir meine Waffe!» William Shakespeare, Macbeth

Waffen bedrohen, Waffen töten, Waffen beschützen, Waffen faszinieren.

Die Ausstellung thematisiert Strategie, Angriff und Schutz. In der 17 Meter hohen Ruhmeshalle des Schweizerischen Nationalmuseums werden die Themen in drei grossen Rauminstallationen inszeniert. Der sakral anmutende Raum wurde schon bei der Eröffnung des Museums 1897 als Ausstellungsraum für die schweizerische Waffensammlung konzipiert und dient nun der Installation Waffen werfen Schatten als symbolträchtige Szenerie.
Wer die Ausstellung betritt, steht vor einem filigranen Baldachin, der von der Decke hängt. Der Besucher assoziiert damit ein Feldherrenzelt – den Ort, an dem die Strategien für die Schlacht ausgeheckt werden. Doch wer unter das Tuch schlüpft, sieht sich mit dem Thema der Verletzlichkeit des Menschen konfrontiert. Auf einzigartige Weise stellen die historischen Stiche Les misères et les malheurs de la guerre von Jacques Callot (1592–1635) das Leid des Krieges dar.

Eine einzelne Waffe macht noch keinen Krieg. Eine riesige halbkugelförmige Installation, bestehend aus 1650 in der Luft hängenden, meist spätmittelalterlichen Waffen dominiert den Hauptraum der Ruhmeshalle. Sämtliche Spitzen und Läufe der Waffen sind nach innen auf einen Punkt gerichtet, die Gewalt von Waffen für den Besucher ist förmlich spürbar. Betritt er die Skulptur und bewegt sich in deren Mitte, wechselt er von der Rolle des Angreifers zur Rolle des Attackierten. Alle Waffen sind plötzlich auf sein Auge gerichtet. Die raumfüllende Inszenierung vermittelt ein starkes visuelles Erlebnis, das heftige Emotionen beim Betrachter auslöst.

Im dritten Raumabschnitt schweben mittelalterliche Rüstungen als Mobile über den Köpfen der Besucher. Engelhaft schweben die eisernen Hüllen der Krieger in der Luft und wirken seltsam enthoben. Krieg ist ein Spiel mit Leben und Tod.